Liebe Leserin, lieber Leser,

Zwei aktuelle Untersuchungen lassen aufhorchen: Nach Deutschland gekommene Flüchtlinge teilen unsere Wertvorstellungen. Eine groß angelegte Umfrage zeigt, dass Geflüchtete das demokratische System unterstützen und sogar besser ausgebildet sind, als Fachleute bislang dachten. Der Untersuchung des Bundesamtes für Migration zufolge gaben 73% der Geflüchteten an, die Bundesrepublik als Zielland gewählt zu haben, weil hier die Menschenrechte geachtet werden. 96% befürworten, »dass man ein demokratisches System haben sollte«. 92% stimmen der Aussage zu, dass »gleiche Rechte von Männern und Frauen« ein Bestandteil der Demokratie sind. Bei den Deutschen ist dieser Wert genauso hoch.

Und die Studie ›Generation What‹, an der sich mehr als 940.000 junge Menschen aus 35 Län-dern Europas beteiligt haben, kommt zum Ergebnis, dass die 18 bis 34-Jährigen mehrheitlich weltoffen sind, nationalistische Tendenzen ablehnen und Zuwanderung als Bereicherung ansehen. Die größte vergleichende Studie dieser Art wird von der Europäischen Rundfunk-union koordiniert und in Deutschland u.a. vom ZDF begleitet.
75% der befragten jungen Deutschen nehmen einen zunehmenden Nationalismus in Europa besorgt wahr und bewerten diesen negativ. 78% stellen sich gegen einen Austritt Deutschlands aus der EU.

Das sind ermutigende Zahlen. Und dennoch: wohl kaum jemand hätte damit gerechnet, dass in diesen Jahren die offene Gesellschaft, der liberale Verfassungsstaat gegen seine Kritiker, einen national getönten Populismus, verteidigt werden müsse.
Das vermeintliche Ende der Fakten und Wahrheiten, das grassierende Gefühl, dass in einer überkomplexen Welt sowieso keiner mehr mit dem Faktencheck hinterherkommt und deshalb aus dem Bauch heraus entschieden wird, verhindert das Gespräch, den Dialog, das Ringen um die richtige Lösung.
Bildung bleibt der Aufklärung verpflichtet und der Anerkennung des Andersdenkenden. Pluralität und Vielfalt bilden ein Kernstück unseres gesellschaftlichen und kulturellen Reichtums.
80% der Wählerinnen und Wähler in Deutschland sind freiheitlich und demokratisch eingestellt. Die ›schweigende Mehrheit‹ braucht Ermutigung durch Menschen, die ›Gesicht‹ zeigen und die Geschichte einer zukunftsfesten liberalen Demokratie mit Leidenschaft erzählen. Wir haben daher Persönlichkeiten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen eingeladen, mit einer Stellungnahme, einem Gedanken, einem Plädoyer ›Gesicht zu zeigen‹ für die offene, plurale Gesellschaft. Unter diesem Motto finden Sie die Texte an verschiedenen Stellen in diesem Programm.

Themenwechsel: Die Rahmenbedingungen für das Kompetenzzentrum für Lehrer(innen)fortbildung im Ev. Bildungszentrum haben sich positiv verändert. Das Kultusministerium hat den Kompetenzzentren im Land Niedersachsen nunmehr unbefristet die Verantwortung für die regionale Fortbildung übertragen. Mit der Entfristung sind verlässliche Grundlagen und gute Perspektiven geschaffen für die weitere Entwicklung dieser ›3. Säule‹ unseres Hauses – neben dem Bildungszentrum und dem Kloster Neuenwalde.

Und noch eine Hausmitteilung: Franziska Krone ergänzt als Verwaltungsleiterin das Kollegium im Ev. Bildungszentrum.

Mit dem vorliegenden Programm laden wir Sie herzlich zur Teilnahme an unseren Seminaren, Kursen und Tagungen ein und begrüßen Sie gern in unserem Bildungszentrum, dem Kompetenzzentrum und im Kloster Neuenwalde.

Dr. Jörg Matzen
Leiter des Ev. Bildungszentrums
Bad Bederkesa

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Ev. Bildungszentrum
Bad Bederkesa –
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